Der neueste Auswuchs zur gemeinschaftlichen Zeittotschlagung ist das frisch eingetroffene Pokerset. Interessant was für spannende Dinge man mit 52 Karten und ein paar farbigen Chips anstellen kann. Problematisch ist bislang lediglich, dass nur der Atze die Regel wirklich kennt. Wir anderen pokern gelegentlich wie die bekloppten mit nichts und wieder nichts auf der Hand. Ok, das kann auch ein Vorteil sein. Schließlich ist der Bluff der überzeugenste, bei dem man selber davon überzeugt ist ;-)
Ein weiteres Novum hat gestern Einzug gehalten. Wir sind gestern tatsächlich mit dem Auto in die Stuttgarter Innenstadt gefahren. Bis jetzt waren wir ja immer mit den öffentlichen unterwegs. Tagsüber ist dabei auch von einer Einschränkung wenig zu spüren. Außer vielleicht, das man locker ne Stunde braucht bis man da ist. Oder man verkürzt das, in dem man mit dem Auto zu einem nahegelegenen Bahnhof fährt um von dort aus erst mit der Bahn zu starten. Doch des nachts, wenn keine Bahn mehr fährt und man auf die wenigen fahrenden Nachtbusse angewiesen ist, die natürlich entsprechend überfüllt sind und in denen man sich gelegentlich auch mal über Leute freuen darf, die ungefragt auf die Sitze kotzen... Malt es euch selber aus wie schön das ist... Und wenn man dann wie der Spaten am Freitag den Nachtbus auch noch verpeilt und keine Wahl hat außer zu Fuß zu gehen und zu hoffen das dich jemand mitnimmt...
Tja, ich fand das alles war Grund genug es mal mit dem Auto zu probieren. Und mit dem Atze als Navigator waren wir auch ruck zuck im Party - Zentrum Theodor Heuss Straße angekommen. Bei der Parkhauswahl gilt es lediglich zu beachten, dass man sein Auto auch die ganze Nacht durch wieder abholen kann ;-) Und bei einem Nachttarif von 4 € kann man auch nicht meckern.
Nach der Röhre am letzten Wochenende stand diesesmal das ProTon auf dem Programm. Hierbei handelt es sich um eine Club. Also einer Stätte der Begegnung, der guten Musik, interessanter Leute und das ganze in gediegener Atmosphäre. So dachten wir jedenfalls. Vor der Tür angekommen warteten zwei Kanten von Türstehern auf uns. Ok das war ja noch zu erwarten. Freundlich fragten die beiden uns dann, ob wir zusammengehören würden und ob sie wohl unsere Ausweise sehen dürften. Das war dann schon etwas komisch, da wir ja nun alle und teilweise sogar recht deutlich über 20 sind. Aber sei es drum. Das die uns danach dann noch nach Waffen durchsucht haben fand ich dann aber irgendwie seltsam... Und schon bekamen wir an der Kasse unsere Verzehrskarte und die freundliche Aufforderung doch lockere 9 € Eintritt zu zahlen. Das machte natürlich Vorfreude. Schließlich muss ein Club schon ganz schön was zu bieten haben, wenn man soviel Eintritt zahlen soll, oder? Wir also weiter über die Garderobe zur Main Area. Das in Stuttgart die Parties erst ab 2 Uhr anfangen, wußten wir inzwischen und waren nicht überrascht, das noch nicht viel los war. Die second Area war sogar noch geschlossen.
Dort sollte House und Elektro laufen, weshalb wir dann auch gleich mal hoch gingen als sie dann aufmachte. Ok, das Wort Area würde ich persönlich hier ja nicht gebrauchen. Das ganze mutete eher an wie eine Besenkammer im vergleich zur Main. Man könnte das ganze auch locker in meinem Wohnzimmer unterbringen. 20 Leute und beim Tanzen wird es eng. Jedenfalls normaler weise. Die Leute die hier im verlauf des Abends dann tanzten, waren aber so gestört, das es auch mit 10 schon eng wurde. Die hüpften rum als hätten sie epileptische Anfälle und filmten sich dabei mit der Handykamera. Unnötig zu sagen, dass die dabei keine Rücksicht auf Verluste bei den anderen anwesenden nahmen. Teilweise ging das ganze sogar in Pogen über. Auf der Main Area fing in der Zwischenzeit der Bär an zu toben. Hier war scheinbar alles vertreten, was als Gangster in Stuttgart Rang und Namen hat. Auffällig war vor allem die oft weißen Klamotten, irgendwelche seltsamen Mützen und natürlich das Bling, Bling, was natürlich jeder echte Gagster braucht. Angefangen von langen Halsketten mit irgendwelchen dicken Anhängern, vorzugsweise natürlich aus Gold, über Ringe bis hin zu Goldverziertem Zahnschonern. Also alles was ein Volldepp zum Glücklich sein braucht... An dieser Stelle erschien mir das Durchsuchen der Gäste nach Waffen schon wieder in einem ganz anderen Licht! Die Innenausstattung war übrigens nicht der Rede wert. Die Wände alle aus feinstem Pressspan, ein paar Lampen, ein paar Scanner und ne Nebelmaschine. Also Bauerndisco von der Stange. Alles in allem der Stuttgarter Innenstadt nicht würdig. Wen wunderts, das wir nach 1,5h das Feld geräumt haben? Die Entscheidung, diesem Laden ein für allemal den Rücken zu kehren viel einstimmig. Auf dem Rückweg zum Parkhaus ging es dann noch über die Partymeile in eine Bar auf etwas gute Musik. Danach war der Abend etwas früher als sonst, aber immer noch zu einer guten Zeit beendet. Der Heimweg war einfach zu finden. Trotzdem hat der Atze es sich nicht nehmen lassen, bis 13:30 zu schnarchen...
Der Alcher